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Früher hat Robert Butt Grafik-Design studiert, jahrelang auf einer schottischen Bohrinsel gearbeitet und Bastelbücher für Tiffany-Glaskunst geschrieben. Jetzt arbeitet der 52-Jährige als Englischlehrer, verkauft Leuchtmittel gegen Winterdepressionen - und bringt die Hamburger zum Lachen. "Trainer für Lachyoga - das ist mir von all meinen bisherigen Berufen der liebste", sagt der gebürtige Engländer. Eine kleine Kostprobe gibt er diesen Sonntag auf dem Weltlachtag, den er zum fünften Mal mit einer Kollegin in Hamburg organisiert hat.
So unterschiedlich wie seine Berufe sind auch die Länder, in denen Robert Butt gelebt hat. Geboren und aufgewachsen ist er in Pakistan. Im Alter von fünf Jahren kam er nach England und besuchte ein Internat in Oxfordshire. Später führte ihn sein Weg ins schottische Aberdeen und schließlich nach Hamburg. "Dort habe ich als Werkstoffprüfer bei verschiedenen Firmen gearbeitet." Der Job machte ihm nicht wirklich Spaß - eigentlich wollte er nach England zurück. Die Liebe hielt ihn in der Hansestadt. Und als die Ehe nach zehn Jahren zerbrach, war Hamburg zu seiner Heimat geworden. Auf einer Indien-Reise machte Butt eine Ausbildung zum Lachtrainer. Wenn er nicht gerade seine Mitmenschen zum Lachen bringt, macht er Tai-Chi, geht ins Fitness-Studio oder entspannt sich - mit ruhiger Musik. frg
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Warum Frau Kruse so oft zum Lachen ist . . Von Friederike Grupe
Ingeborgs Nase legt sich in Falten. Sie wirft den Kopf zurück, schließt ihre Augen. Ihr Mund ist weit geöffnet, die Atmung wird schneller - dadurch werden die Stimmbänder in Schwingungen versetzt und erzeugen glucksende Laute. Ihr Körper schaukelt hin und her. Ingeborg Kruse lacht. Frau Kruse ist 78 Jahre, macht regelmäßig Lachyoga. Diese ungewöhnliche Sportart hat in Hamburg mehrere Hundert Anhänger, die sich regelmäßig in sieben Lachklubs zum gemeinsamen Lachen treffen. An diesem Sonntag ist für die Uhlenhorsterin und ihre Klub-freunde ein besonderer Tag: Es ist zehnter Weltlachtag. Zehntausende Jünger der Lachbewegung treffen sich rund um den Globus zum kollektiven Gackern. In Hamburg wird das spaßige Ereignis zum fünften Mal gefeiert. Nachdem sich die Teilnehmer in früheren Jahren auf dem Rathausmarkt und im Stadtpark getroffen hatten, wird dieses Mal in den Zeise Kinos gelacht. Über komische Filme, Clowns und Magier - und beim Lachyoga. Mittwochabend, 18 Uhr 30. Zehn Menschen haben sich auf dem Schulhof der Blindenschule am Borgweg eingefunden, um bei Robert Butt (52) Lachyoga zu machen. Die Stimmung ist freundschaftlich, man dutzt sich und plaudert ein wenig. Dann geht es los. Wie auf Knopfdruck fängt Robert Butt an zu lachen: "Ho-ho, ha-ha-ha!". Sofort fallen seine Schüler ein, lachen laut, springen ungeniert und voller Inbrunst durcheinander - wie Indianer beim Kriegstanz. Das ist anstrengend. "100 Ha-ha-has in zwei Minuten haben dieselben körperlichen Auswirkungen wie zehn Minuten Joggen", sagt Robert Butt. Deshalb gibt es zwischendurch immer wieder ruhige Yoga-Übungen, in denen die Lachschüler wieder zu Atem kommen. "Lachen ist ein Gesundbrunnen", sagt der Psychologe und Humorforscher Michael Titze. "Es setzt Selbstheilungskräfte frei, die wir im wirklichen Leben viel zu wenig nutzen." So werde die Lungenfunktion verbessert und das Gehirn mit einer Sauerstoffdusche versorgt. Die inneren Organe bekämen eine Art Massage, im Blutkreislauf würden Stresshormone abgebaut, Zellen zur Immunabwehr gebildet und Glückshormone ausgeschüttet. "Nach dem Lach-Treff fühle ich mich immer gut - fast wie frisch verliebt", sagt Karsten (44), der seit eineinhalb Jahren beim Lachyoga mitmacht. "Es ist eine schöne Form der Entspannung", findet auch Günter (41). Seine Frau Antonella (39) hat ihn dazu überredet, beim Lachklub mitzumachen. Auch ihr Sohn Adriano (11) hat Spaß beim Lachyoga. Ingeborg, Karsten und die anderen Lachklubmitglieder freuen sich auf den Weltlachtag. "So müssen wir mit dem nächsten gemeinsamen Lachen nicht bis Mittwoch warten."
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