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Lautes Gelächter schallt über die Wiese am Stadtparksee. "Hohoho, hahaha", dröhnt es. Zehn Frauen und Männer laufen dort gackernd, blökend und grinsend über das Grün.
Jeden Mittwoch trifft sich im Stadtpark Hamburgs ältester Lachclub, um mal wieder herzlich zu lachen. "Kinder lachen, weil sie Spaß daran haben und sind dabei richtig hysterisch. Ältere Leute vermissen genau dieses Lachen und können es hier wieder lernen", erklärt Robert Butt. Er ist Leiter und Gründer des Lachclubs.
Doch um Humor und Witze gehe es nicht: "Wir lachen ohne Grund", sagt Butt. Insgesamt gibt es 50 Lachübungen mit absurden Namen wie Rasenmäher-Lachen, Handy-Lachen, Cocktail-Lachen. Lachyoga-Trainer Butt gibt das Kommando: "Löwenlachen!" Die Teilnehmer reißen ihre Augen auf, strecken die Zungen heraus, heben die gespreizten Hände neben das Gesicht und beginnen brüllend zu lachen.
"Natürlich ist das albern, aber wenn andere mit ihren Stöcken durch den Park laufen, ist das genauso albern", gibt die 47 Jahre alte Wirtschaftspsychologin Gabriele Biedermann aus Horn zu bedenken.
Die Lachbewegung kommt aus Indien, wo der Mediziner Madan Kataria 1995 die ersten Lachclubs ins Leben rief. Ihn hat der Hamburger Lachtherapeut vor fünf Jahren besucht, um nach seiner Rückkehr die Erfahrungen mit anderen zu teilen. Mittlerweile gibt es 5000 Clubs weltweit, 80 davon in Deutschland, sieben in Hamburg. Die Teilnehmer kommen aus verschiedensten Gründen zum Stadtparksee: "Ich habe durch eine Depression das Lachen verlernt und möchte es wieder erlernen", sagt Lehrerin Petra Meier. Für die 50jährige ist Lachen ein Aufputschmittel. Und sie hat recht, denn Lachen setzt Endorphine frei, Glückshormone. Außerdem soll Lachen die Durchblutung verbessern. Lachforscher empfehlen eine tägliche Dosis von 15 Minuten.
Nach einer Stunde ist der Spuk im Stadtpark vorbei, und die Teilnehmer des Clubs gehen mit entspanntem Lächeln, schmerzendem Zwerchfell und Freudentränen in den Augen nach Hause.
Quelle: Hamburger Abendblatt vom 13. September 2005
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