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Das Zwerchfell bebt, und die Gesichtsmuskeln zittern. Heidi Jung (47) lacht. Lacht, bis ihr die Tränen kommen und sie sich auf dem Boden kugelt. "Bitte aufhören", fleht sie. Doch Robert Butt (42) denkt gar nicht daran. Schließlich ist es sein Job, andere zum Lachen zu bringen. Zu diesem Zweck veranstaltet er wöchentlich "Lachtreffen" und einmal im Monat "Lachseminare". Seine Methode: Mit psychologischen Tricks, Rollenspielen und Yoga-Übungen wird künstliche Heiterkeit erzeugt, die in echtes Gelächter umschlägt. Und tatsächlich: Während die zehn Teilnehmer des Lachseminars im "Gewächshaus am Alsterlauf" in Hummelsbüttel durch den Raum hüpfen und "hohoho, hahaha" von sich geben, beginnen die ersten zu kichern. Beim so genannten Presslufthammer-Lachen wird das Glucksen immer lauter. Angesichts der Absurdität der Übungen können die meisten Teilnehmer nicht mehr an sich halten und lachen, bis die Tränen kommen. "Beim Anblick unbegründet lachender Menschen muss man unwillkürlich mitlachen", sagt Robert Butt zum Prinzip der Lachclubs. 1995 von dem Arzt Dr. Madan Kataria in Bombay gegründet, breitete sich die Lachbewegung über die ganze Welt aus. Allein in Deutschland gibt es inzwischen mehr als 40 Clubs, einen davon in Hamburg. Seit der Gründung vor eineinhalb Jahren haben mehr als 500 Teilnehmer die Kurse von Robert Butt besucht - viele von ihnen kommen immer wieder. "Lachen macht einfach süchtig", sagt Karin Zobel (67), selbst Lach-Yoga-Trainerin und eifrige Kursteilnehmerin. Auch Marcus Holm-Petersen (30, Erlebnispädagoge) und Fabian Cordua (24, Performance-Künstler) sind keine Neulinge. "Ich kann gar nicht mehr zählen, wie oft wir dabei waren", sagt Fabian Cordua. "Davon kann man nie genug bekommen." Diese Erfahrung haben auch die Neulinge Petra Zieger (45) und Claudia Vockrodt (59) gemacht. "Das hat so viel Spaß gebracht, dass wir bestimmt wiederkommen." Kein Wunder, denn beim Lachen werden die Muskeln entspannt und Endorphine (Glückshormone) ausgeschüttet. Eine Nebenwirkung gibt es allerdings: Lachfalten! Informationen zu den Kursen gibt es im Internet (unter der Adresse: www.lachyoga.de). nik
Quelle: Hamburger Abendblatt vom 20. Januar 2003
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